My Crazy Project
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3 - 3
Etappe 2
Fazit: Auch wenn der Tag beschissen beginnt, sollte man ihm trotzdem die Chance geben, sich von ihm positiv überraschen zu lassen.
Highlight: Ganz klar der überraschende und majestätische Blick auf den Aletschgletscher.
Statistisches: Boah-eh-Momente: 2-3; Regen: nicht der Rede wert; Sonne: ja, tatsächlich; Nasse Kleidungsstücke: immer noch 7; zurück gelegte Kilometer: ca. 30
Etappe 2 - Lust zum nachmachen?
- Zeitdauer: ca. 7 Stunden
- Anforderungen: mittel
- Distanz: 17.5 Kilometer
- Route: Schweiz Mobil
Hotel: Hotel Wannenhorn, Bellwald
Zu Gast bei Deutschen. Einfaches Hotel in Bellwald, mitten im Zentrum. Abends kann man im eigenen Restaurant speisen (jeweils ein Menu), mit etwas Glück ein Fondue...
Doppelzimmer ca. CHF 100
Etappe 2 - Aletschgletscher die 2., Alternativ-Tour Bettmeralp über Märjelenseen nach Bellwald
Ich muss zugeben, heute Morgen hatte ich nicht unbedingt Lust wandern zu gehen. Bei diesem neblige Wetter draußen, wäre ich lieber noch etwas länger im Bett gelegen. Ich habe mir auch ernsthaft Gedanken gemacht, die Tour zu kürzen. Aber mein Gott, ich habe mir dieses Projekt ausgesucht und auch erwartet, dass es nicht leicht wird. Also ging es wie geplant los, gleich mit dem höchsten heutigen Anstieg. Die knapp 300 Höhenmeter waren gegen die Gestrigen ein Pappenstil. Und dann oben auf knapp 2'300 Meter der Boah-eh-Moment. Genau als ich oben ankam, reißt die Wolkendecke etwas auf und vor mir breitet sich der Aletschgletscher aus. Ich wurde ein paar Mal gefragt, ob ich einen Selbstfindungstrip mache. Ich finde es sicherlich interessant, Zeit nur mit mir selber zu haben, aber eigentlich mache ich das Ganze vor allem für solche Gänsehaut-Momente. Diesen Moment da oben, die unerwartete Aussicht, nur das entfernte Rausche eines Wasserfalls zu hören und ich ganz alleine da oben, diesen Moment werde ich nicht so schnell vergessen.
Das Wetter hielt sich dann erstaunlich gut und die Aussicht begleitete mich ein ganzes Stück auf dem Höhenweg zu den Märjelenseen. Da wären wir eigentlich bei der geplanten Gletscher-Tour vom Gletscher gekommen. Es gibt da eine Gletscherstube, wo man sich verpflegen kann und sogar echt ein Auto! Ein Stollen quert den Berg in Richtung Fiescheralp, von wo das Fahrzeug herkommen muss. Mein Weg führt aber über den Märjeleweg bergab. Wieder ist es ein wenig neblig, doch auch dieses Mal klärt es plötzlich auf und gibt dieses Mal den Blick auf den Fieschergletscher frei. Es kommt mir so vor, als ob jemand immer einen Schleier über die Landschaft legt und diesen immer im richtigen Moment lüftet, um mir was Schönes zu zeigen.
Der restliche Weg hatte es dann überraschenderweise auch noch in sich. Schweiz Mobil hat mir einen etwas speziellen Weg ein wenig abseits ausgesucht. Immer wieder gab es kleinere Hindernisse zu überwinden, sei es mal an einem Seil an einem Felsblock entlang oder mal über eine steile Treppe einen Felsen hoch. Nichts wirklich schwieriges aber trotzdem war Konzentration gefragt. Der Weg wollte mich einfach nicht zur Ruhe kommen lassen. Auch am Ende nicht, als es vom Tal noch einmal knackig hoch nach Bellwald ging. Dafür hat sich am Schluss tatsächlich noch die Sonne gezeigt.