My Crazy Project
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5 - 5
Etappe 4
Fazit: Sich auf den eigenen Instinkt verlassen kann einem einige Stunden im Nebel herumirren ersparen.
Highlight: Die zusätzliche Entspannungszeit nach dem frühen Aufstehen
Statistisches: 64 Kilometer geschafft; frühestes Aufstehen: 4.45 Uhr; längste Zeit ohne Begegnungen der menschlichen Art: ca. 6 Stunden
Etappe 4 - Lust zum nachmachen?
- Zeitdauer: ca. 7 Stunden
- Anforderungen: einfach
- Distanz: 18 Kilometer
- Route: Schweiz Mobil
Hotel: Alpinhotel Grimsel Hospiz, Grimsel
Billig ist es auf dem Grimsel nicht. Aber schön! Im schön renovierten Alpin-Hotel Grimsel Hospiz gibt es für den Preis auch gemütliche Zimmer und eine gediegenes Abend-Menu. Vor dem Abendessen kann man den Wein im gut ausgestatteten Weinkeller probieren und nach dem Essen in der gemütlichen Lounge bei einem Absacker die Abgeschiedenheit geniessen. Ein besonderes Erlebnis ist das Hotel im Winter. Dann kommt man nur mit einer geführten Anreise mit der Seilbahn und einer Fahrt durch Kraftwerkstollen hoch (kostet noch einmal extra), dafür hat man dann die Bergwelt aber für sich alleine (mit Ausnahme der anderen Hotelgäste). Muss man mal erlebt haben!
Doppelzimmer (inkl. Halppension) ca. CHF 340
Etappe 4 - Gommer Höhenweg von Münster nach Obergesteln und dann über die Via Sprinz auf den Grimsel
Heute erwartete mich so etwas wie die Königs-Etappe. Auf der 9-Seen-Wanderung sollte es gleich zu Beginn mit einem 1'500 Höhenmeter-Aufstieg auf 2'800 Meter hoch gehen. Über 9 Stunden sollte die Wanderung dauern. Noch bei Dunkelheit ging es deshalb um 5.40 Uhr los. Doch schon bald änderte ich meinen Plan. Rund um mich herum waren alle Gipfel wolkenbedeckt. Die Wetterprognosen verhießen auch keine großen Veränderungen. Mehrer Stunden in teils weglosem Gelände im Nebel herum zu irren schien mir da nicht besonders verheißungsvoll.
So beschloss ich weiter dem Gommer Höhenweg zu folgen und dann über die Via Sbrinz, einen alten Säumerpfad, auf den Grimsel hoch zu gehen. Eine kürzere und weniger hohe Variante. Diesen zweiten Teil des Höhenweges ist meines Erachtens noch schöner als der erste Teil von Bellwald nach Münster. Ausserdem war aufgrund der frühen Morgenstunden niemand anzutreffen. Der Morgendunst und ab und zu leichte Niesselregen verbreitete in den Wäldern eine mystische Stimmung.
In Obergesteln trifft der Höhenweg dann auf die Via Sbrinz. Teils hat der Säumerpfad noch Abschnitte mit den alten Pflastersteinen. Trotz dem stetigen Anstieg in Richtung Grimsel ist der Weg ziemlich angenehm und attraktiv. Vom Höhenweg aus gehend, hat man den Vorteil bereits einige Höhenmeter gewonnen zu haben und so führt der Pfad schon bald über die Baumgrenze. Rund 200 Höhenmeter unter dem höchsten Punkt zerschlugen sich dann meine Hoffnung auf einen Solo-Hike. Nach 6 Stunden auf dem Weg begegnete ich doch tatsächlich einer kleinen Gruppe Wanderer und wenig später folgte eine weitere im Abstieg. In der Grimselregion bestätigte sich dann, dass mein Wegwechsel die richtige Entscheidung war. Es begann zu regnen und durch die Nebelsuppe war der See am Pass kaum zu sehen. Erst nach dem Abstieg in Richtung Hospiz lichtete sich der Nebel auf Höhe des Stausees wieder. Dank dem frühen Beginn und dem Wegwechsel war ich nun viel früher als geplant beim Hospiz angekommen, was mir dann ein paar zusätzliche Stunden der Entspannung einbrachte.